Carsten Antrup kandidiert für den Landtag
Lienen - Nein, in den Düsseldorfer Landtag wird er wohl nicht einziehen. „Da mache ich mir nichts vor“, bleibt Carsten Antrup auf den Boden der Tatsachen. Listenplatz 79 reicht nicht. Und ein Direktmandat wird der FDP-Kandidat auch nicht holen.
Sein persönliches Ziel am 13. Mai: „Fünf Prozent plus X.“ Vor zwei Jahren landeten die Liberalen im Wahlkreis bei 4,4 Prozent. „Ja, ich habe lange überlegen müssen. Der Wahlkampf kostet viel Zeit.“ Doch Lebensgefährtin Tanja Heidenreich („Ich helfe bei der Organisation und mache Termine“) und das Umfeld stärken dem IT-Projektmanager bei Braun im benachbarten Glandorf den Rücken. Ohne diese Unterstützung geht es wohl nicht. „Ich kann nicht einfach vier Wochen Urlaub nehmen“, erzählt der 42-Jährige. Also ist er abends und an den Wochenende unterwegs, klappert Wochenmärkte ab, steht an Info-Ständen den Menschen Rede und Antwort und nutzt Vortragsveranstaltungen, um sich bekannt zu machen. Es ist die Ochsentour. Aber: „Es macht mir Spaß.“ Auch wenn die FDP im Umfragetief steckt, den Optimismus lässt sich der Lienener nicht nehmen. „Es gibt eine Aufbruchstimmung“, glaubt der Politiker. Er macht sich für Datenschutz und Freiheitsrechte stark und lehnt eine Vorratsdatenspeicherung ab. „Gerade weil ich weiß, was man mit Daten alles machen kann.“ Antrup will unter anderem für Transparenz und Bürgerrechte sowie für eine bedarfsgerechte Schul- und Bildungspolitik kämpfen. Für falsch hält es der Landtagskandidat, dass die ländlichen Gemeinden aus Düsseldorf nicht genug finanzielle Mittel bekommen, ja sogar kräftige Kürzungen hinnehmen müssen. „Die Landeszuweisungen müssen gerecht erfolgen.“ Im Café Schulte hat an diesem sonnigen Frühlingsmorgen der FDP-Mann seinen Kaffee ausgetrunken. Er hat sich freigenommen, schaut auf die Uhr. In Ibbenbüren wartet der nächste Termin auf ihn. Wahlkampf-Hetze.